An dem Tag, als ich ein wunderschönes Geheimnis über eine von mir eingestellte Person entdeckte,
hätte ich sie beinahe nicht eingestellt.
Ihr Lebenslauf war solide, aber nicht spektakulär. Kein Elite-Abschluss. Keine namhaften Marken. Keine hochtrabenden Floskeln. Einfach nur fundierte Erfahrung, durchdachte Anschreiben und ein Portfolio, das … authentisch wirkte.
Ich erinnere mich, wie ich an einem späten Donnerstagabend ihre Bewerbung anstarrte, der Cursor über dem Button „Zur Endrunde“. Irgendetwas an ihrem Schreibstil wirkte bodenständig. Klar. Menschlich. Nicht für Algorithmen optimiert oder auf Applaus zugeschnitten.
Ich habe auf Ja geklickt.
Zwei Monate später entdeckte ich ein wunderschönes Geheimnis über sie, das meine Einstellung zum Personalwesen – und meine Einstellung zu Menschen – grundlegend veränderte.
In den ersten Wochen
, als sie ins Team kam, war sie eher ruhig. Nicht direkt schüchtern, einfach aufmerksam. Sie machte sich in jeder Besprechung Notizen, stellte sorgfältige und präzise Fragen und lieferte ihre Arbeit pünktlich ab.
Kein Drama. Kein Pomp.
In einer Arbeitskultur, in der oft Quantität über Qualität gestellt wird, fiel sie nicht sofort auf. Sie dominierte keine Brainstorming-Sitzungen. Sie überschwemmte Slack nicht mit hitzigen Meinungen.
Doch ihre Beiträge regten zum Nachdenken an. Wenn sie sprach, dann meist, um etwas zu klären, das alle anderen übersehen hatten.
Ich erinnere mich an ein bestimmtes Meeting, in dem wir die Strategie besprachen. Das Gespräch war kurz, etwas chaotisch und von Eitelkeiten geprägt. Sie hob die Hand – ja, sie hob tatsächlich die Hand in der Zoom-Konferenz – und sagte freundlich: