Arme, schwangere französische Gefangene: Das taten die Deutschen ihnen an, bevor sie ihre Kinder zur Welt brachten.

Er sagte nichts. Dieser Blick war ein Abschied. Drei Wochen später erfuhr ich, dass ich schwanger war. Monate vergingen, mein Bauch wuchs, und ich versuchte, mich unauffällig zu verhalten. Doch in einem besetzten Dorf bleibt niemand lange unentdeckt. An einem Septembernachmittag klopfte es an der Tür. Drei Soldaten stehen davor. Der ältere Mann betrachtete meinen Bauch und schenkte mir ein Lächeln, das alles andere als menschlich war. Er machte eine kurze Geste.

Ich verstehe, ohne es zu begreifen. Sie brachten mich zusammen mit sechs anderen Schwangeren weg. Einige weinten, andere waren wie gelähmt vor Angst. Ich sah mein Dorf hinter den Bäumen verschwinden und atmete den Geruch von Benzin, vermischt mit der Angst, ein. Nach stundenlanger Fahrt erreichten wir ein von Stacheldraht umgebenes Gelände.

Es wurde Sortierzentrum genannt. Ich wusste immer noch nicht, was das bedeutete. Die Baracken, in denen wir eingesperrt waren, waren dunkel, erfüllt von Gestank, Schimmel und Desinfektionsmitteln. Alle Frauen waren schwanger. Keine Sprache. Die Stille war erdrückend, als jede von ihnen bereits begriffen hätte, dass Worte nichts ändern würden. In der ersten Nacht rief eine Krankenschwester ihre Namen auf, auch meinen.

Er führte mich einen nur schwach beleuchteten Korridor entlang in einem kalten Raum mit einem Metalltisch, sorgfältig angeordneten Instrumenten und einem Mann in einem weißen Kittel. Er befahl mir, mich hinzulegen. Ich habe nicht freiwillig gehorcht, sondern weil es keine andere Möglichkeit gab. Das eisige Metall durchdrang mich bis ins Wasser.

Sie sprach mit ihnen in Fachsprache und notierte jedes Detail, als wären sie keine Menschen, sondern Studienobjekte. Keine Erklärung. Dann wurde ich geschickt in die Baracke zurück. Die anderen Frauen sahen mich an. Sie wussten es. In den folgenden Tagen verstand ich. Dieser Ort war nicht dazu da, Kinder zu retten, sondern über ihr Schicksal zu entscheiden.

Die Frauen wurden nach Herkunft und Aussehen getrennt. Manche erhielten mehr Essen, andere fast nichts. Gebärende Frauen wurden in einen anderen Flügel des Gefängnisses verlegt. Als sie wiederverkauft waren, waren sie nicht mehr gleich. Manchmal kinderlos, manchmal mit einem Kind, das ihnen fremd geworden zu sein schien.

Eines Nachts flüsterte mir meine Nachbarin Marguerite zu: „Hier entscheidet er, wer das Recht hat, geboren zu werden.“ Mit meinem wachsenden Bauch wächst auch die Angst. Mir wurde klar, dass Krieg nicht nur Städte und Armeen zerstört, sondern auch Meere und ungeborenes Leben. Die Tage vergingen, ohne dass die Zeit irgendeine Bedeutung hatte. In der Baracke leben wir im Rhythmus der Schritte der Wachen und dem Öffnen und Schließen der Metalltüren.