Andere Frauen saßen bereits wie versteinert auf dem Boden, klammerten sich aneinander, die Augen weit aufgerissen vor Angst. Einige erkannte ich sofort. Hélène Rouselle, die in der Bäckerei arbeitete und ein sanftes Lächeln hatte, das jeden Raum erhellte. Jeanne Baumont, die Lehrerin, die den Kindern Lesen beibrachte, selbst als es keine Bücher gab. Claire Delonet, die Krankenschwester, die die Kranken pflegte, ohne etwas dafür zu verlangen, weil sie wusste, dass niemand Geld hatte. Alle jung, alle schwanger, manche schon weiter als ich, mit riesigen Bäuchen, die kaum unter zerrissener Kleidung verborgen waren, andere noch in den ersten Schwangerschaftsmonaten, die versuchten, sie zu verstecken. Aber sie waren alle da, alle gefangen, alle verurteilt zu etwas, das wir noch nicht verstanden, aber das wir bereits in der Luft spüren konnten.
Etwas Schreckliches, etwas Unwiderrufliches. Ich setzte mich neben Héline. Sie zitterte heftig. Ihre Zähne klapperten, ihre Hände waren zu Fäusten geballt, ihr Bauch fühlte sich an, als wolle er das Baby mit der Kraft eines Funkens beschützen. Ich flüsterte ihr zu: „Alles wird gut“, aber meine Stimme klang schwach, unglaubwürdig, denn ich glaubte es selbst nicht, und sie auch nicht.