Unterdessen entdeckten die Teams am oberen Ende der Felsspalte einen natürlichen Ausgang, einen schmalen Durchgang, der zu einem Waldstück abseits des Hauptweges führte. Dort fanden sie unter einer dicken Laubschicht Spuren eines einfachen Lagers, das offenbar Jahre zuvor genutzt worden war: Überreste eines Lagerfeuers, ein rostiges Messer und mehrere Lebensmittelverpackungen.
Unter den gefundenen Gegenständen befand sich etwas Schockierendes: ein kleiner Schuh, der als Claras Eigentum identifiziert wurde, sowie Überreste ihrer Kleidung. Es wurden keine Knochen gefunden, was bedeutet, dass das Mädchen den Ort möglicherweise lebend verlassen hat.
„Das ändert alles“, sagte Morel. „Sie waren zwar hier, aber sie sind weggezogen. Und nicht allein.“
Die abschließenden Ermittlungen ergaben, dass Aitor von einigen Hirten in der Gegend gesehen worden war. Eine der gängigsten Theorien besagt, dass sie Julián und Clara nach dem Unfall begegnete. Anstatt sofort Hilfe zu leisten, versuchte sie, ihren persönlichen Konflikt mit Julián beizulegen und verlangte in einem kritischen Moment Erklärungen. Der Streit eskalierte möglicherweise und führte zu einer erzwungenen Trennung der beiden Erwachsenen, wodurch Clara völlig schutzlos zurückblieb.
Aitor wurde vorübergehend festgenommen, obwohl er seine Unschuld beteuerte. Er gab an, Julián habe es gesehen, doch als er mit Hilfe zurückkam, waren sie verschwunden.
Die schmerzlichste Frage, die noch immer unbeantwortet ist, lautet: Was ist mit Clara passiert?
Die Suchtrupps wurden wochenlang ausgeweitet. Vereinzelt wurden Spuren gefunden, aber nie eine Leiche. Die Behörden vermuten nun, dass Clara in einem der abgelegenen Dörfer aufgenommen oder gefangen gehalten wurde oder dass sie versucht hatte, sich allein auf den Weg zu machen, um Hilfe zu holen.
Der Fall, der fünf Jahre später wieder aufgenommen wurde, ist weiterhin ungelöst. Und obwohl der Berg viel von seinem Geheimnis preisgegeben hat, birgt er noch immer seine wichtigste Wahrheit.
Das Mädchen könnte noch am Leben sein.