Der Wendepunkt kam, als einer der Retter zwischen den verstreuten Steinen einen sternförmigen Metallanhänger fand. Die Familie bestätigte sofort, dass er Clara gehörte. Es war ihr Lieblingsamulett, das sie seit ihrem fünften Lebensjahr getragen hatte.
Die größte Überraschung folgte jedoch drei Stunden später.
Auf einem natürlichen Felsvorsprung, halb versteckt zwischen trockenen Büschen, fanden sie einen metallenen Erste-Hilfe-Kasten. Er war an den Kanten verrostet, aber eindeutig absichtlich dort platziert worden. Darin befanden sich Verbandsmaterial, Medikamentenreste … und eine sorgfältig in einer Plastiktüte gefaltete Notiz.
Morel öffnete den Brief. Die zittrige Handschrift ließ keinen Zweifel:
„Falls jemand diese Nachricht findet, bitte helft ihr. Es war nicht ihre Schuld. Er kam zurück, aber er war nicht mehr derselbe. Wir konnten nicht herunterkommen. Wir haben versucht, Hilfe zu rufen. Wenn Clara noch lebt … bitte kümmert euch um sie.“
Unterschrift: JH
Die Nachricht sorgte für Verwirrung. „Er ist zurück“? Wer war dieser „Er“?
Die Familie enthüllte ein erschreckendes Detail: Wochen vor seinem Verschwinden hatte Julián einen Streit mit einem Mann namens Aitor, einem ehemaligen Expeditionsgefährten, der ihn öffentlich beschuldigt hatte, ein gemeinsames Fotoprojekt gestohlen zu haben. Das Ende ihrer Freundschaft war abrupt und bitter gewesen.
Die Gendarmerie nahm parallel die Ermittlungen gegen Aitor wieder auf. Dabei stellte sich heraus, dass er sich in den Tagen seines Verschwindens in den Pyrenäen aufgehalten hatte… aber nie ein Geständnis abgelegt hatte.