„Es sind mindestens dreißig Markierungen“, berichtete er.
Dreißig Tage. Ein Monat gefangen.
Der Druck der Medien nahm zu, und die Polizei weitete das Suchgebiet aus. Erstmals tauchte eine zuvor undenkbare Hypothese auf: die Beteiligung einer weiteren Person.
Diese Theorie wurde noch verstärkt, als am Ende des Tages ein Retter ein modernes und relativ neues Seil fand, das weder Julián noch Clara noch den in dem Gebiet tätigen Teams gehörte.
„Jemand war schon einmal hier“, sagte Morel und blickte zu dem Berg hinüber, als ob dieser ihm antworten könnte.
Doch der Berg schwieg.
Was sie jedoch am nächsten Tag vorfanden, sollte Bände über sie sprechen.
Der dritte Suchtag erwies sich als entscheidend. Die Erkundung erstreckte sich bis zum oberen Teil der Spalte, wo das Gestein eine Art vertikalen Korridor mit Felsvorsprüngen und kleinen Plattformen bildete. Experten sagten, ein Mensch hätte ihn kaum überqueren können … aber nicht ein neunjähriges Mädchen allein.
Zwanzig Meter von der Höhle entfernt fanden sie Spuren menschlicher Aktivität: schwache Fußabdrücke, als ob jemand auf Zehenspitzen hinaufgeklettert wäre. Das Merkwürdige war, dass sie zu neu schienen, um mit dem Zeitpunkt des Verschwindens übereinzustimmen.