Ein System, in dem man festläuft
Arbeit sollte der Ausweg sein, doch genau dort steckt sie fest. „Wenn man etwas dazuverdient, wird gekürzt. Und die Regeln sind so kompliziert, dass man Angst hat, etwas falsch zu machen.“ Für Anita fühlt es sich an wie ein Teufelskreis: Man versucht voranzukommen, aber jeder Schritt kostet anderswo wieder Geld oder Sicherheit. „Die Vorstellung, dass man nie wirklich weiterkommt, das zermürbt einen.“
Leidensgenossen und eine gemeinsame Stimme
Um in diesem Gefühl nicht zu versinken, sucht Anita den Kontakt zu anderen in derselben Lage. In Foren und Facebook-Gruppen findet sie Verständnis. „Ich bin wirklich nicht die Einzige“, sagt sie. Zusammen mit anderen Müttern setzt sie sich für eine höhere Sozialhilfe und mehr Luft zum Atmen ein. „Wir verlangen keinen Luxus, wir wollen nur ab und zu etwas Schönes mit den Kindern machen können, ohne sofort in Stress zu geraten.“