Alle schauten schweigend zu.

Der Richter nickte. Stille kehrte im Gerichtssaal ein.

Erst dann trat ich zurück, blieb aber nah genug, damit Marcus wusste, dass er nicht allein war. Meine Hände zitterten, als ich mich dem Gerichtssaal zuwandte. Ein halbes Jahr lang hatte ich diesen Moment gefürchtet. Sechs Monate seit dem Unfall. Sechs Monate seit der Beerdigung meiner Tochter.

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Meine Tochter Linda war siebzehn, als sie starb“, begann ich. „Sie fuhr an einem Samstagabend gegen elf Uhr von einer Freundin nach Hause. Marcus raste mit 112 km/h über eine rote Ampel. Er war betrunken. Er krachte in die Fahrertür ihres Wagens. Er war sofort tot.“

Marcus stieß hinter mir ein gebrochenes Geräusch aus. Irgendwo in der Galerie stieß seine Mutter einen leisen Schrei aus.

„Die Polizei sagte mir, Linda habe den Zusammenstoß nicht kommen sehen. Sie habe keine Schmerzen verspürt. Die Leute sagten das, als ob es irgendetwas lindern würde. Tat es aber nicht. Nichts linderte den Schmerz. Meine Tochter war tot, und dieser Junge war dafür verantwortlich.“

Der Staatsanwalt nickte zustimmend, überzeugt davon, dass meine Worte seine Forderung nach einer fünfzehnjährigen Haftstrafe für Marcus als abschreckendes Beispiel bestärkten.