Die stille Wut der Mittelschicht
Ingrid merkt, dass ihre Wut nicht einzigartig ist. Bei der Arbeit und in ihrem Freundeskreis hört sie dieselben Töne. Menschen, die nicht schreien, nicht demonstrieren, aber immer zynischer werden. “Wir sind die Gruppe, die alles bezahlt und für nichts in Frage kommt.” Sie fühlt sich politisch kaum gehört. “Es geht immer um die Unteren oder die Oberen, aber selten um uns.”
Eine Frage, die weiter nagt
Ingrid weiß, dass ihre Aussage hart klingt und polarisierend sein kann. Trotzdem findet sie es wichtig, es auszusprechen. “Wenn wir dieses Gefühl weiter ignorieren, wird die Kluft nur größer.” Sie will keine Gesellschaft, in der sich Arbeit wie bloßes Pech anfühlt. Am Ende des Gesprächs stellt sie die Frage, die sie selbst seit Jahren beschäftigt: Was meinst du, ist das System noch fair für Menschen, die jeden Tag aufstehen, um zu arbeiten?