Die Illusion der Ewigkeit

Die Illusion der Ewigkeit

Wir hatten es monatelang geplant – unseren 25. Hochzeitstag, ein Meilenstein, von dem ich einst wirklich glaubte, er bedeute absolute Unvergänglichkeit. Das Restaurant war elegant, auf diese typisch ruhige, kostbare Art: sanftes, warmes Licht, makellos weiße Tischdecken und ein Pianist in der Ecke, der etwas Langsames und Sanftes spielte. Ich erinnere mich, wie ich mich umsah und dachte, wie seltsam es doch war, dass wir, nach einem Vierteljahrhundert voller gemeinsamer Freuden und Sorgen, immer noch einander gegenüber saßen. Wir aßen immer noch Seite an Seite und teilten immer noch diese vertraute Stille.

Er bestellte den Fisch. Ich auch.

Anfangs sprachen wir über die alltäglichsten Dinge. Wir unterhielten uns über den schwierigen Parkplatz, das unbeständige Wetter der letzten Tage und den komplexen Abgang des Rotweins. Alles fühlte sich normal an. Sicher.

Dann, genau in dem Moment, als er sein Messer sanft und kontrolliert in den Fisch drückte – als ob er ein sorgfältiges, alltägliches Ritual vollzöge – sagte er es.

Ich gehe. Ich habe mich in jemand anderen verliebt.

Der Fall ins Nichts

Es herrschte keine Stille. Kein Zögern, kein Beben in seiner Stimme, nicht der geringste Anflug von Zweifel. Nur das. Die Worte drangen nicht sofort zu uns durch. Sie schwebten zwischen uns wie ein Satz in einer Fremdsprache.

Ich wartete auf den Rest des Satzes. Ich wartete auf eine Korrektur, auf ein plötzliches Lachen, auf die Worte: „Ich habe nur gescherzt.“ Aber nichts geschah. Er aß einfach weiter. Ruhig. Besonnen. Ohne mich anzusehen.

Ich starrte ihn an. Meine Gabel hing regungslos in der Luft, mein ganzer Körper erstarrte, meine Brust zog sich zusammen, als würde eine eiserne Faust sie umschließen. Als er fertig gegessen hatte, wischte er sich mit der Stoffserviette den Mund ab. Er nickte mir zu – tatsächlich nickte er, höflich, wie man es einem flüchtigen Bekannten auf der Straße tun würde – und stand auf.