Es sind Bilder, die genauso gut aus einem jüngsten trockenen Sommer stammen könnten.
Aber sie sind also über siebzig Jahre alt.
Für Menschen wie Anne wirft das eine einfache Frage auf: Warum wird ein niedriger Wasserstand heutzutage so schnell mit dem Klimawandel verknüpft, wenn vergleichbare Situationen offenbar auch früher vorkamen?
‘Als hätten wir früher nie Dürre gehabt’
Anne stört sich vor allem an der Vorstellung, dass extremes Wetter etwas vollkommen Neues sei.
Sie erinnert sich an warme Sommer, kalte Winter und Trockenperioden aus ihrer Jugend. Natürlich waren die Bedingungen jedes Jahr anders, aber dass das Wetter mitunter ziemlich extrem ausfallen konnte, ist für sie nichts Neues.
Und dann gibt es nun eben auch noch die Aufnahmen aus dem Jahr 1955.
Der Rhein stand damals so niedrig, dass Teile, die normalerweise vollständig unter Wasser liegen, plötzlich sichtbar waren. Wohnschiffe lagen trocken, und die Schifffahrt hatte ernsthafte Probleme.
„Würde man heute solche Aufnahmen machen, stünde das Klima wahrscheinlich sofort ganz oben in jeder Nachricht“, ist genau die Art von Reaktion, die bei solchen historischen Bildern schnell entsteht.