Dann ging ich am helllichten Tag über den Rasen und steuerte direkt auf Monicas Blumenbeet zu.
Da saß mein Gartenzwerg.
Er trug immer noch die blaue Farbe, die sie ihm aufgetragen hatte.
Die abgebrochene Nase blieb sichtbar, und unter dem Blau konnte ich Spuren des ursprünglichen roten Hutes erkennen.
Ich hob ihn hoch und trug ihn nach Hause.
Niemand hat mich aufgehalten.
Monicas Tesla war weg.
Vermutlich war er unterwegs, um Besorgungen zu erledigen, und der Strom war bezahlt.
Ich habe den Gartenzwerg neben meine Garagensteckdose gestellt.
Dann habe ich Vorkehrungen getroffen, damit ich wüsste, wenn Monica wieder auf mein Grundstück zurückkehren sollte.
Der Gartenzwerg sah völlig unschuldig aus, als er da saß.
Das war genau das, was ich wollte.
Gegen Mittag rief Diane an.
„Mama, du klingst zu fröhlich. Was machst du denn da?“
„Ich räume nur den Garten auf, Liebling.“
„Du planst etwas. Ich kann es hören.“
„Nur wenn Monica mir einen Grund dazu gibt.“
“Mama…”
Ich lachte.
Einen Moment lang, während ich meine Tomaten goss, fragte ich mich, ob ich lächerlich geworden war.
Ich war vierundsechzig Jahre alt und verbrachte meinen Nachmittag damit, mich darauf vorzubereiten, meinen Nachbarn beim Hausfriedensbruch zu ertappen.
War ich kleinlich?
Oder hatte ich mich endgültig dazu entschlossen, dass ich es satt hatte, unsichtbar zu sein?
Ich habe die zweite Antwort gewählt.
Mein Mann hat mich wegen dieses Widerspruchs immer aufgezogen.
Ich könnte seine falsche Restaurantbestellung ohne Zögern zurückschicken.
Ich würde mich mit einem Mechaniker streiten, der Diane zu viel berechnet hat.
Ich würde jeden verteidigen, der mich braucht.
Alle außer mir selbst.
Irgendwann hatte sich das „Friedenswahren“ in die Erlaubnis verwandelt, dass andere entscheiden dürfen, was ich zu tolerieren habe.
Ich blickte in Richtung Garage.
„Nicht heute Abend“, flüsterte ich.
Nach Sonnenuntergang schaltete ich das Licht auf der Veranda aus, schenkte mir ein Glas Eistee ein und wartete im Haus, wo ich die Einfahrt gut sehen konnte.
Monica musste einfach nur mein Grundstück meiden.