Ein knapper Monat, jeden Monat
Wenn man mit Anita spricht, hört man vor allem Müdigkeit und Frustration. Sie ist alleinerziehende Mutter mit Sozialhilfe, und die ist ihrer Meinung nach schlicht zu niedrig, um normal davon leben zu können. Geschweige denn, um ab und zu etwas Schönes mit den Kindern zu unternehmen. „Am Ende des Monats bleibt nichts übrig“, erzählt sie, während sie zum dritten Mal ihre Einkaufsliste durchgeht. „Man wählt immer wieder: Was geht, was muss warten?“
Überleben statt Leben
Viele Menschen denken, mit einer Unterstützung habe man es leicht, sagt Anita, aber in der Praxis fühlt es sich an wie tägliches Überleben. Jeder Euro wird dreimal umgedreht. Miete und Fixkosten verschlingen fast alles, und was danach bleibt, reicht für Extras nicht aus. „Ein Tagesausflug? Kino? Schwimmbad? Es klingt klein, aber oft ist es nicht drin.“
Es tut ihr weh, ihre Kinder immer wieder enttäuschen zu müssen. Wenn sie fragen, ob sie mitmachen können bei dem, was ihre Freunde tun, muss Anita manchmal „nein“ sagen. „Als Eltern fühlt man sich so machtlos. Man möchte, dass die Kinder einfach Kind sein können, ohne Geldstress.“
